Angelika verschweißt sogenanntes Halbzeug, in diesem Fall starken Draht, zu ihren Raumzeichnungen. Sie nimmt die Pinselführung Monets auf und ordnet die Teilelemente in entsprechender Struktur. In der vorstehenden Arbeit koloriert sie die Stahlskulptur zweifarbig entsprechend der Vorlage von Monet. Monet (1840 – 1926) schuf mit seinem Werk „Spaziergang im Mohnfeld“ in mehrfacher Weise eine damals bahnbrechende Arbeit. Einmal löste er mit seinem Pinselstrich die geschlossene Fläche der klassischen Malerei auf und er nahm mit dem Sujet Bezug auf das einfache Leben auf dem Lande, also in der Natur. Die Natur ist nicht länger die Bühne, der sich darin bewegenden menschlichen Staffage, sondern ein eigenständiger Faktor mit Menschen, die mit ihr zusammen existieren. Ein aktueller und zeitnaher Gedanke auch heute, aber damals ohne mahnenden Inhalt. Angelika Summa gestaltet stark abstrahierend eine Mohnblüte. Es geht nicht um eine möglichst reale Widergabe, sondern um rein gestalterische Elemente der Form wie der Farbe und um die Nutzung industrieller Warenelemente, die noch keine Bestimmung haben, so wie Striche alleine noch kein Endprodukt darstellen. „Hommage an Monet“ ist ein Titel, den Angelika Summa gewählt hat, um ihre Verehrung für den Künstler Monet in allgemeiner Form auszudrücken, also ohne Bezug auf ein einzelnes Werk, auch wenn der „Spaziergang im Mohnfeld“ sich aufdrängt.

Weiterführende Informationen

Claude Monet: „Spaziergang im Mohnfeld“; 1873

Diese kleine Arbeit, sie ist nur 50 x 65 cm groß, zu sehen im Musée d´Orsay in Paris, gehört zu einer größeren Serie von Bildern des Künstlers Claude Monet, in der er sich mit Spaziergängen im Flur, vor allem in Feldern mit Mohnblüten beschäftigte. Mit diesen und Bildern aus anderen Serien zeigt Monet ein Thema der Impressionisten, die Freizeitbeschäftigungen und den geliebten Müßiggang seiner Zeit in einer leuchtenden und farbintensiven Darstellung.

Die serielle Arbeitsweise, die im Spätwerk bei Monet eine besondere Rolle spielt, wurde von der klassischen Kritik bemängelt und als einfallslos, langweilig und primitiv bezeichnet, deren einziger Sinn in Bildern zu den Jahreszeiten gefunden werden könne.

Die Veränderungen durch kleinste Lichtschwankungen, denen Impressionisten allgemein auf der Spur waren und besonders für Monet einen herausragenden Reiz hatten, sollten gezeigt werden in diesen seriellen Arbeiten. Die Vergleichbarkeit beruht auf der Auswahl eines Objektes, das durch unterschiedliche Lichtverhältnisse einem Wechsel unterworfen ist und damit jede Eindeutigkeit eines Sujets, eines Objektes in Frage stellte. Der permanente Wandel wurde als die einzige Stabilität des Daseins erkannt.

Die Übertragung in die dritte Dimension durch die Raumzeichnung mit Draht von Angelika Summa bezeichnet sie selbst als „Hommage an Claude Monet“. Die Zweifarbigkeit der Skulptur, Rot und Schwarz, greift die Hauptfarben des Mohns auf. Die Form und die Ordnung der einzelnen Drahtelemente beziehen sich auf die Strichführung der Bilder von Monet und darüber hinaus auf die der wichtigsten Impressionisten.